FERNSEHEN

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 32/99 vom 11.08.1999

Hm.

Irgendwo hats gehakt. "Wunderland" (heute, Mittwoch, 11.8., 21.05 Uhr, ORF 2) ist eine nette Sendung, ausnahmsweise sogar originärer ORF-Eigenbau. Harald Krassnitzer ist ein nett anzuschauender Mann (wenngleich ichs auch ohne seine Telefonnummer aushalte). Die Landschaftsbilder waren auch schön. Die Volksmusik war ganz weit jenseits vom Musikantenstadl. Und doch hats irgendwo gehakt.

Vielleicht, weil Krassnitzer halt kein Moderator ist, sondern Schauspieler. Weil er seine Texte zu sehr spielt. Weil sich die Buchautoren für seine Reise durch das Waldviertel dramaturgische Wendungen wie die unvermeidliche Autopanne (Krassnitzer, unter dem Auto liegend: "Ihr könnts amal vorausfahren, ich hab hier noch ein bissl was zu tun.") nicht verkneifen konnten. Weil Inszenierung dann am stärksten auffällt, wenn sie auf unverfälschte Natur trifft. Da hält man sogar die Staubwolke hinter Krassnitzers Jeep für dazugeschummelt.

Sehenswert ist "Wunderland" allemal: schon allein wegen des "Star Wars"-Landlers von Mnozil Brass und des überaus entzückenden Schmieds Primus Hader.


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