Liebe Leserin, lieber Leser!

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

Verglichen mit damals, als er vor neun Jahren den Falter das erste Mal betrat, hat er in jeder Hinsicht an Statur gewonnen. Um beim Nächstliegenden zu beginnen: Thomas "Rotte" Rottenbergs Redakteursseele haust nicht mehr in einer schmächtigen, schmalbrüstigen Gestalt, sondern in einer breiten, ausladenden Figur, welche nun endlich die Power, die ihr je schon innewohnte, adäquat in Muskelmasse ausdrückt. Rottenberg als Skulptur seiner selbst. "Und wenn du über mich schreibst", tönt es aus dieser wohlgeformten Körper-Behausung, "vergiss nicht, zu erwähnen, dass ich der einzige Falter-Redakteur bin, der jemals nackt auf dem Cover posiert hat!" Somit geschehen (ein Marihuanablatt verdeckte übrigens Rottes Mannesstolz).

Ich pflege meine Freundin, wenn sie den Waschbrettbauch einmahnt, mit der Bemerkung zu trösten, mein Bauch sei eben für Wolle und alles Feine geeignet. Sie aber haben schon längst bemerkt, dass ich von Rottenberg in der Vergangenheitsform spreche. Ja, Rotte wird uns verlassen und zu einer Zeitung gehen, die seine Vielseitigkeit nicht schätzt und seinen Körper nicht braucht. Uns aber wird er fehlen, mit seinen Zoo-, Stadtleben- und Stadtentwicklungsgeschichten, mit seinem politisch grundierten Hedonismus und mit seiner entschlossenen Neigung zur Spaßkultur, mit seiner unnachahmlichen Disziplin und seiner fröhlichen Arbeitswut. Ergreifen Sie also die letzte Gelegenheit, um Rottenbergs Vielseitigkeit zu bewundern, und lesen Sie auf Seite 7, 10, 12, 58 und 62 nach. Rotte, danke! Alle besten Wünsche begleiten dich, auch wenn wir deine Artikel in Zukunft im Standard lesen müssen.

Die einen gehen, die anderen kommen. Finanzchef Michael Kosits hat einen Tochter (Klara), Verlags-Anzeigenchefin Sigrid Johler einen Sohn (Ulrich) bekommen. Gratulation! Und falls Sie in dieser Ausgabe die Häufung von Mitteilungen über das Verfahren "Rumpold gegen Falter" wundert: Rumpold meint, die erste Mitteilung sei unkorrekt erfolgt. Die Gerichte werden entscheiden.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige