Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

"Am Anfang, wenn wir die in U-Haft nehmen", zitiert der Kurier ein Mitglied der deutschen KFOR-Truppe, "geraten die richtig in Panik ... Einzelhaft erscheint denen wie ein Todesurteil. Für die war Gefängnis immer etwas anderes als für uns." Der Kasten, in dem das steht, trägt die Überschrift: "Deutscher Gefängniskomfort begeistert Verbrecher." Plünderer Petri nämlich gefällt es sehr gut hier im Gefängnis von Prizren, mit Sicherheit, weiß der Kurier, war es bei seinen Bewohnern nie zuvor so beliebt. Warum es im deutschen Häfen so super ist, erfahren wir auch: "Die KFOR-Truppe hat ihn übernommen und führt ihn, wie der Leiter, Major Stephan Misenta, dem Kurier erzählt, "einfach so, wie man das auch bei uns zu Hause als richtig empfinden würde". Denn: "Wer deutschen Gefängniskomfort in Anspruch nehmen will, muss deutschen Hygienevorschriften entsprechen: Jeder, der hier reinkommt, wird gleich einmal unter die Dusche gestellt. Dann bekommt er sein neues Gewand und eine Nummer." Hatten wir das nicht schon einmal? Duschen, neues Gewand und Nummern? Gilt sauber und deutsch auch bei uns zu Hause wieder als richtig?


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