Deutschland besiegen?

Robokick: Bei der Roboterfußball-WM verpassten die Österreicher den Einzug ins Semifinale nur knapp. Tröstlich: Bei der EM wurde Deutschland haushoch besiegt.

Medien | Hannes Stieger | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

Da sage noch einer, die österreichischen Spieler hätten kein Ballgefühl: In Brasilien wurde endlich gezeigt, wie's geht. Und zwar von den Roboterteams der TU Wien, die aufgrund ihrer EM-Resultate (erster bzw. dritter Platz) an der kürzlich zu Ende gegangenen Roboterfußball-WM teilnehmen durften. Sie haben, glaubt man Erzählungen, die favorisierten brasilianischen Teams regelrecht vom Platz geschossen. Peter Kopacek, Professor an der TU Wien und Leiter des Instituts für Handhabungsgeräte und Robotertechnik (IHRT), ist Teamchef von AUSTRO und IHRT. Mit dem bei der WM erzielten 7. und 8. Platz zeigt er sich zufrieden, rechnete er doch nur mit einem Platz um Rang 12. "Wir haben eine Menge gelernt und werden weiter an diesem Hightechprojekt arbeiten", meint Kopacek nach der WM. Tröstlich für Fußballfans: wenigstens bei der Europameisterschaft wurde Deutschland mit 6:1 vom Platz gefegt. Die Reserve drückte OU Plymouth zweiundzwanzig (!) Tore rein, Gegenwehr gabs keine. Die Behauptungen deutscher Medien, die Österreicher hätten im gesamten Turnier zu hart gespielt, hatte Kopacek bei der EM vor zwei Monaten noch von sich gewiesen.

Das Prinzip ist simpel: Ein Roboterfußball-Team besteht aus drei Robotern, deren Kantenlänge mit 7,5 Zentimetern begrenzt ist. Das Spielfeld ist tischgroß (150 mal 130 Zentimeter) und wird von einer Videokamera überwacht, die die aktuelle Position der Spieler an den Computer übermittelt. Ein Eingreifen der menschlichen Mannschaft ist verboten - nach dem Ankick zählt nur mehr die Überlegenheit von Hardware und Software. Entscheidend für Sieg oder Niederlage ist die Ausgeklügeltheit und Gewieftheit der Software, die für den Teamrechner programmiert wird. Ein orangefarbener Golfball wird von den Roboterwürfeln geschoben, gepasst und eingelocht. Infos zum wackeren Team gibts unter www.ihrt.tuwien.ac.at, ein RobotSoccer-Verein und eine österreichische Liga sind in Vorbereitung. Die Ergebnisse der WM sind unter www.ia.cti.br/~firaas/ abrufbar.


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