Kommentar: Ein neuer Mortier muss her

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

Der beste Nachfolger für Gerard Mortier wäre Gerard Mortier. Genau das ist ja das Problem. Der pfiffige Intendant der Salzburger Festspiele selbst weiß es - und er hat sich einen Jux daraus gemacht, sich mit der Nichtverlängerung seines Vertrages möglichst lang Zeit zu lassen. Und auch die verantwortlichen Politiker wissen es - andernfalls hätten sie schon längst über Alternativen nachgedacht.

Im Falter-Interview (siehe folgende Seiten) macht Mortier auf einen interessanten Widerspruch aufmerksam: Einerseits sehnen sich die Verantwortlichen (denen Thomas Klestil mit seiner knorrigen Rede aus der Seele gesprochen hat) höchstwahrscheinlich nach den guten alten Zeiten zurück, als es das Wort "Werktreue" noch gar nicht gab, weil niemand auf die Idee kam, eine solche einzufordern. Andererseits hat das Festspielkuratorium (in dem u.a. Landeshauptmann Schausberger sitzt) die "Findungskommission" ausdrücklich damit beauftragt, für den Chefposten der Festspiele keinen Künstler (= Dirigenten),


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