Der zweite Atem

Film: Die Schauspielerin Nicole Garcia inszenierte mit "Place Vendome" ein Melodram, in dem es keine Liebe, und einen Kriminalfilm, in dem es keine Gangster gibt.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

Vincent Malivert, Juwelier an der Place Vendome in Paris, sieht nur noch einen Ausweg: Er gibt seinem Chauffeur frei und rast in den Tod. Geschäftspartner hatten ihm vorgeworfen, mit Steinen von zweifelhafter Herkunft zu handeln, was in einer Branche, deren höchstes Kapital ein makelloser Ruf ist, ruinös oder, wie in diesem Fall, sogar tödlich sein kann.

So, oder so ähnlich, beginnt der Film: mit einem Bankrott, dem der Bankrott einer Ehe voranging. Vor Jahren schon hat Madame Malivert, gespielt von Catherine Deneuve, angefangen zu trinken. Als ihr Schwager das Geschäft nun verkaufen und sie mit einer Pension abfertigen will, wird Marianne, zum ersten Mal seit langem, wieder nüchtern: "Ich trinke nicht mehr. Fast nicht mehr. Seit ich Witwe bin."

Es ist die Geschichte einer zweiten Chance, die "Place Vendome", inszeniert von der Schauspielerin Nicole Garcia, erzählt. Ein schönes, großes Thema für ein Melodram, in dem es keine Liebe, und einen Kriminalfilm, in dem es keine Gangster


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