Die Schwarzwaldklinik

Musik: In der schwäbischen Provinz produzierte SABA/MPS internationale Jazzgrößen wie Duke Ellington, Oscar Peterson und Nathan Davis. Ein eben erschienenes Buch dokumentiert die Geschichte des ersten weltweit erfolgreichen deutschen Jazzlabels.

Kultur | Samir H.Köck | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

September 1965: In einem Tonstudio in einem kleinen Flecken im Schwarzwald warten eine Tontechnikerin und ein Herr mittleren Alters auf den damaligen Jazzpapst Joachim Ernst Berendt und einen Künstler, dessen jüngstes Opus überarbeitet und neu abgemischt werden soll. Endlich erscheinen die Herren, das Band wird eingelegt, Töne perlen aus den Lautsprechern - und plötzlich tritt der Künstler hinter das Mischpult, zieht das linke Ohr des Herrn mittleren Alters nach oben und sagt: "Se san wohl a Bass-Fetischist, Hea Inschennöör!" Berendt zuckt zusammen und klärt den Künstler auf: "Das ist Herr Brunner-Schwer!" Darauf der Künstler: "Wos, des is da Chef und da Inschenöör, des wiad guat!"

Friedrich Gulda sollte Recht behalten. Sein Debütalbum bei Hans Georg Brunner-Schwer, "Music for 4 Soloists and Band No. 1", erhielt 1965 im amerikanischen Jazzmagazin Downbeat mit fünf Sternen die höchste Bewertung. Die fünf Stücke, die wenige Tage vor ihrer Einspielung bei einer Jazz-Session


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