Hassen verboten

Literatur: Der amerikanische Anwalt Richard Dooling hat einen intelligenten und unterhaltsamen Gerichtssaalroman geschrieben.

Kultur | Alfred J.Noll | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

Noch einmal und schon wieder: ein schreibender Anwalt. Der Amerikaner Richard Dooling, im deutschen Sprachraum durch seine dem kurativen Wahnwitz nahe kommende Krankenpfleger-Story "Bett fünf" (1997) bekannt geworden, ist freilich erst im zweiten Bildungsweg Jurist geworden. Das merkt man. Seine satirische Distanz zur juristischen Praxis nährt sich aus eigener Erfahrung. Er ist nahe dran.

In "Watsons Brainstorm" bietet er uns eine kluge Zusammenstellung einschlägiger Stereotypen, wie wir sie aus Grishams Fließbandarbeit kennen: Da ist zunächst der junge und naive Anwalt Joe Watson, der von der Wirklichkeit gefordert wird. Diesfalls ist es ein Mordfall, der den Berufsanfänger zu überfordern droht; bisher hat er in seiner Law-Firm nur Computerrecherche für die Partner der Kanzlei betrieben. Dann wird uns unausweichlich ein wahres Scheusal von Richter geboten, der Anwälte hasst, den Gerichtsalltag als günstige Gelegenheit zur Triebabfuhr nutzt - und letztlich gar kein schlechter Kerl


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