Sideorders: Unter Bögen

Stadtleben | aus FALTER 33/99 vom 18.08.1999

Obwohl seit gut eineinhalb Jahren ziemlicher Wirbel um die Urbanisierung der Stadtbahnbögen gemacht wird und obwohl da ja auch die eine oder andere EU-Million zur Verfügung steht, ist ehrlich gestanden noch relativ wenig passiert. Interessanterweise sind es bis jetzt in erster Linie Musiklokale, die den Weg unter die Bögen fanden, junge Gastronomen und Beislwirte scheinen sich von der Otto-Wagner-Konstruktion indes weniger inspiriert zu fühlen. Schade. Unter oder an den Bögen tut sich in etwa Folgendes, wobei auf die diversen Branntweiner, Würstelstände, Redlight-Bars und den McDo hier nicht eingegangen werden soll.

Blaustern, 19., Döblinger Gürtel 2, Tel. 369 65 64, tägl. 9-2 Uhr.

Streng genommen kein Stadtbahnbogen-Beisl, liegt aber nur wenige Meter davon entfernt und kann auf jeden Fall als Angelpunkt einer vielleicht irgendwann einmal existierenden Stadtbahnbogen-Fauna angesehen werden.

Chelsea, 8., Lerchenfelder Gürtel, Bogen 29-31, Tel. 407 93 09, tägl. 18-4 Uhr.

Unter Ausschluss jeglichen Tageslichtes wird hier dem Underground in Bild und Ton gehuldigt. Die Kleidungsvorschriften sind ungefähr so stringent wie beim Opernball, nur anders geartet, zu essen gibt es Bier.

Rhiz, 8., Lerchenfelder Gürtel, Bogen 37-38, Tel. 409 25 05, Mi-Mo 11-4, Di 18-4 Uhr.

Ansprechend modern gestyltes Musiklokal mit Internet und feinem Schanigarten. Der kulinarische Bereich - fest wie flüssig - muss nicht weiter erwähnt werden.

B 72, 8., Hernalser Gürtel, Bogen 72, Tel. 409 21 28, tägl. 18-4 Uhr.

Musik auch hier, Handschrift von Architekten auch hier, kultiviertes Provisorium-Feeling, der Verpflegung wegen muss man nicht herkommen.


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