Der Mausmeister

Porträt: Durch Fleiß, Penetranz und Omnipräsenz hat sich der Baumeister Richard Lugner in die Tiefen der österreichischen Klatschspalten gegraben. Nun will er noch weiter. Ins Parlament. Seine Chancen stehen gar nicht schlecht.


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Mausi, bitte! Hoit end-lich-amoi-die-Goschn!", fleht der Baumeister und hebt die Hände vom Lenkrad. Mit 140 Sachen brettert Richard Lugner auf der Autobahn, zwei Handys düdeln, am Rücksitz spielt Töchterchen Jacquelinchen, daneben ein neugieriger Reporter und Mausi redet, redet und redet. Da kann es schon passieren, dass der Mörtel seiner Gattin - zumindest verbal - eine betoniert.

Vergangene Woche hätte Lugner bei einer seiner Wahlkampftouren durch die ostösterreichische Provinz beinahe einen Scheidungstatbestand vewirklicht. "Wenn ich unter starkem Druck steh", erklärt der Baumeister, der ohne Chauffeur durchs Land saust, "bin ich eben stärker gereizt. Unsere Ehe hält das aus. Sonst müssen sie a la carte leben."

St. Pölten. Wieder zu spät dran. Richard Lugner steht wahrlich unter Hochdruck. "Jetzt is ma Wurscht, jetzt fahr ich durch die Fußgängerzone. Seit die den Rathausplatz autofrei gemacht haben, is er eh tot", sagt der Nationalratsspitzenkandidat und rollt mit seinem

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