Die Schließgesellschaft

Wirtschaft: Nach der Ausdehnung des Ladenschlusses an Samstagen werden die Rufe nach Öffnung der Läden am Sonntag laut. Die Rufe treffen auf eine Bastion aus Gewerkschaft, Handelskammer, katholischer Kirche, SPÖ, ÖVP, FPÖ und Grünen.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Warum muss alles, was in Deutschland im Gerede ist, auch bei uns diskutiert werden?" 24-Stunden-Shopping, Sonntagseinkauf im familiären Rahmen, Multiplexe - Erich Reichelt kann der Vision vom grenzenlosen Einkaufen nichts abgewinnen. Reichelt ist Gewerkschafter - dem Titel nach Leitender Sekretär der Sektion Handel in der Gewerkschaft der Privatangestellten - und wünscht sich, dass "niemand größere Sorgen hat als das Frühstückssemmerl am Sonntag". Erhard d'Aron ist Handelskämmerer und sieht das ähnlich: "Der Sonntag hat eben eine bestimmte Wertigkeit." Nicht nur Umfragen geben ihm Recht. Handelsbetriebe wie Konsumenten sprechen sich mehrheitlich gegen Sonntagsöffnung aus. Und die gesamte politische Landschaft von der Regierung über FPÖ, Grüne bis zur katholischen Kirche findet sich mit Ausnahme des Liberalen Forums vereint in ihrem Streben nach Schließung der Geschäfte am Tag des Herrn.

Ein Land versperrt sich. Flächendeckend. Mit Ausnahme von unbedingt notwendigen Versorgungstätigkeiten.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige