After the fall

Zeitgeschichte: Vom Niedergang der realsozialistischen Regime in Europa ist zehn Jahre danach nur mehr die Geschichte der Sieger geblieben. Mit der Wahrheit hat diese aber wenig zu tun. Sieben Thesen.

Politik | Isolde Charim und Robert Misik | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Vor vier Jahren veröffentlichte der französische Historiker Francois Furet ein Buch mit dem Titel "Le passe d'une illusion". Darin skizzierte er die Geschichte des Kommunismus als Geschichte eines Glaubens, der sich allem Einspruch der Realität zum Trotz aufrechterhielt. Die Geschichte des Kommunismus verlange daher nach der Frage, warum die Desillusionierung so lange ausblieb.

Bei seinem Erscheinen erregte das Buch großes Aufsehen. Es wurde zum Ausgangspunkt einer heftigen Polemik, die weit über sein Fachgebiet hinausführte - jedoch nicht weit genug, um auch die österreichischen Grenzen zu passieren. Nicht nur hierzulande erschöpfte sich die Diskussion um den Fall des Eisernen Vorhangs nach 1989 in einer Siegergeschichte. Einer Geschichte, die im Rahmen eines Symposiums der Waldviertelakademie - prominent besetzt mit u.a. Etienne Balibar, Chantal Mouffe und Boris Buden - hinterfragt werden soll.

Und Fragen gibt es genügend. Etwa: Worin lag die eigentliche Anziehungskraft des Kommunismus?


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