"Äußerst brutal"

Gericht: Finale im Prozeß um den - vom "Falter" aufgedeckten Polizeiübergriff gegen Dr. C.: sechs Monate Haft für die Polizisten. Vier Monate für das Opfer. Die Beamten werden auch jetzt nicht suspendiert.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Es war", sagt Richter Gustav Rothmayer, "eine äußerst menschenverachtende Vorgangsweise". Der vom Falter aufgedeckte Fall "Dr. C." ist - zumindest in erster Instanz und nicht rechtskräftig - entschieden. Nach neun Monaten Verfahren hat die Justiz die Wiener Polizisten Hannes W. und Thomas K. zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt, weil sie den farbigen Betriebswirt Dr. C. (vertreten durch Anwalt Wolfgang Ainetter) bei einer Verkehrskontrolle so schwer misshandelt hatten, dass er mit schweren Prellungen und Unterleibsverletzungen elf Tage im Spital lag. Kuriosum: Auch Dr. C. wurde wegen "Widerstands" zu vier Monaten verurteilt, weil er sich gegen die Amtshandlung zu wehren versuchte.

Es war das erste Mal seit langem, dass ein Wiener Gericht so harte Strafen für Polizisten ausgesprochen hat. Die Vorgeschichte: Am 1. November reversiert Dr. C. ein Stück gegen die Einbahn. In seinem Auto sitzen seine Frau und sein Säugling. Zwei Beamte halten den Afro-Österreicher auf, kurbeln das


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