Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Es sind ganz kleine Dinge, ganz persönliche, die Kolumnisten liebenswert machen. Kolumnisten dürfen nämlich, ganz im Gegensatz zu ihren, stets auf elder statesmanship bedachte Kollegen vom Kommentar auch über die eigene Befindlichkeit informieren. Besser selbst erlebt als schlecht nacherzählt, lautet die Maxime der Kolumnenschreiberbranche. Von Kolumnisten wissen wir auch stets, wie sie dieses Jahr auszusehen pflegen, denn zum Kolumnismus gehört das Kolumnenfoto. Eine Kolumne ohne lächelndes Autorenportrait ist wie eine Krawatte ohne Knopf. Die Zweitschönste dieser Selbstbinder schreibt Doris Knecht in der Zeitgeistbroschüre profil. Hier erfahren wir aus erster Feder, wie es ihr gerade einschlaftechnisch geht, was sie vom Waldviertel hält, wo sie sich von Radioweckern nervenlässt und welche Fernsehheinis ihr gerade die Telefonnummer zukommen haben lassen. Welch bizarre Probleme hingegen das Leben eines männlichen Kolumnisten bereithält, erfahren wir in der besten aller Befindlichkeitskolumnen, jener von Herbert Hufnagl. Der steht neuerdings unter dem Zwang, sandgefüllte Windlichtzylinder aus Glas zu putzen.


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