La Firma dels Baus

Salzburger Festspiele Vom Underground in die Hochkultur: die erstaunliche Karriere der spanischen Gruppe La Fura dels Baus, die in Salzburg zwei "Faust"-Inszenierungen zeigt.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Wer sagt, dass eine Aufführung von Goethes "Faust" mehrere Stunden (oder gar Tage) in Anspruch nehmen muss? La Fura dels Baus beweisen, dass es auch anders geht: Für "F@ust Version 3.0", ihre Fassung der Tragödie, braucht die katalanische Truppe schlanke 90 Minuten - vermutlich Weltrekord. Bemerkenswert ist die Produktion aber noch aus einem anderen Grund: Zum ersten Mal in ihrer knapp 20-jährigen Geschichte haben La Fura dels Baus für eine Inszenierung auf eine literarische Vorlage zurückgegriffen; und erstmals wird das Publikum in einer Fura-Show von den Darstellern nicht kreuz und quer durch eine Arena gejagt, darf es die Handlung bequem sitzend von der Tribüne aus verfolgen.

Ebenso berühmt wie berüchtigt wurde die Fura in den Achtzigerjahren: In ihren aktionistischen Spektakeln, die mysteriöse Titel wie "Suz/o/Suz" oder "Tier Mon" trugen, wurden archaische Rituale zelebriert, die das Publikum hautnah zu spüren bekam. Der heilige Ernst, mit dem das Männerkollektiv agierte,


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