La Firma dels Baus/La Damnation de Faust: Die Zukunft der Oper

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 34/99 vom 25.08.1999

Vorige Woche im Falter-Interview meinte Gerard Mortier, in 50 Jahren würde die Oper des 19. Jahrhunderts, wie sie jetzt interpretiert werde, kein Interesse mehr finden; an ihre Stelle würden neue Verbindungen von Sprache, Musik und Bildmaterial treten. Das war im Hinblick auf neue Werke gesprochen, und Luciano Berios "Cronaca del Luogo" hat, zu Beginn der diesjährigen Festspiele, eine solche Art eines von der Musik bestimmten Theaters eindrücklich realisiert. In diesem Sinne noch spektakulärer geriet jetzt - auf ein Werk von 1845/46 angewandt - die letzte Operninszenierung, "La Damnation de Faust" von Hector Berlioz.

Eine "legende dramatique" nannte der Komponist diese eigenwillige Art eines Oratoriums, in dem mit Elementen der Oper und des Balletts, mit Orchesterliedern und sinfonischer Musik Fragmente einer romantischen Faustlegende vorgestellt werden. Faust ist kein deutscher Philosoph mehr, sondern ein französischer Intellektueller, und aus dem unschuldigen Opfer Gretchen wurde


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