Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

... stellte sich die Initiative Kritischer Fernseher vor.

Noch während des Sommers hat die Mediengruppe Wien-Nord, die mit Unterschriftenaktionen gegen die Abschaffung oder Beschneidung von Sendungen wie "Teleobjektiv", "Prisma" und "Ohne Maulkorb" hervorgetreten ist, beschlossen, sich als Verein "Initiative Kritischer Fernseher" zu konstituieren.

"Die Initiative Kritischer Fernseher" stellt sich die Aufgabe, das österreichische Fernsehen kritisch zu beobachten, ihre Beobachtungen an die Öffentlichkeit heranzutragen und die Interessen der österreichischen Fernseher hinsichtlich Programmgestaltung und Programmstruktur zu vertreten. Dieses Ziel soll erreicht werden durch Kontakte mit österreichischen Fernsehern, dem ORF und politischen Parteien, Verbänden und Interessenvertretungen.

Wir haben den Eindruck, dass Initiativen von der Fernseh-Basis durchaus sinnvoll sein können.

Unsere Unterschriftenaktion stieß bei Politikern und dem ORF gleichermaßen auf Misstrauen. Keiner wollte glauben, es handle sich hier tatsächlich um eine von keiner Organisation an der Leine gehaltene Basis-Initiative.

Wir wissen nicht, ob es uns gelungen ist, den zuständigen Herren begreiflich zu machen, dass man in Österreich kritisch sein kann, ohne der SPÖ anzugehören.

Eines steht jedenfalls fest: An mündige, kritische Staatsbürger oder Fernseher scheinen österreichische Politiker und der ORF nicht gewöhnt zu sein.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige