Wo ist die Politik?

Seinesgleichen geschieht Zur immer wieder gern gestellten Frage: Zwangsläufig noch einmal ein Besuch im Kinderland.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Eine schreckliche Gewissheit: Ab sofort werde ich an dieser Stelle dem Wahlkampf nicht mehr entrinnen. Eine entsetzliche Überforderung meiner charakterlichen Ausgeglichenheit, der Strapazierfähigkeit meines Gemüts und der Verfassung meiner Vorstellungskraft. Man muß das Politische suchen, aber man darf nicht wahnsinnig werden, wenn man nichts findet. Wer schwache Nerven hat, flüchtet in die Hysterie; robustere Gemüter verstehen es, auch daran noch ihren Spaß zu haben.

Die kompetenten Damen und Herren verhalten sich schlauerweise sehr defensiv. Ich denke zum Beispiel an die Theaterkritiker, die nunmehr gefordert wären, die diversen Darbietungen plastisch auszuleuchten; an die Kunstkritiker, die reiche visuelle und von mir aus auch soziale Betätigungsfelder verschmähen, die Linguisten und die Psychoanalytiker, die Therapeuten und die Verhaltensforscher, die Soziologen, Musikkritiker und Choreographen, die sich die unglaublichsten Auftritte, das exotischste Gestammel, die dreistesten


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