Was war

Politik | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Ewald Stadler, FPÖ-Hoffnung Wo sind bloß die Zeiten, als Ewald Stadler noch niemand diesseits des Arlbergs kannte und er genüsslich ein Karikaturdasein als Jörg Haiders Kettenhund in den Vorarlberger Nachrichten fristen durfte. Stadler ereilte jenes Schicksal, vor dem gestandene Vorarlberger Elternhäuser ihre Sprosse vorzugsweise warnen. Geh nicht in die Fremde, dort wird dir nichts Gutes widerfahren. Und tatsächlich: Mit dem Einzug in den Nationalrat begann der Abstieg des einstmaligen Haider-Gefolgsmannes Nummer eins. Als Klubobmann ging er nach Niederösterreich, um dort die Folgen der Affäre Rosenstingl zu entsorgen, und nun findet er sich nicht einmal mehr auf der Nationalratsliste der FPÖ.

Was kommt Konflikt um Spring Charles O., jener Dichter, der von der Polizei verdächtigt wurde, Kopf der nigerianischen Drogenmafia zu sein, ist frei. Vergangenen Mittwoch wurde der Mann, gegen den weiterhin dringender Tatverdacht besteht, aus der U-Haft entlassen, weil die Haftgründe der "Flucht- und Verdunkelungsgefahr" nicht mehr vorliegen. Generaldirektor Michael Sika protestierte gegen die Justiz und vermutete, dass Richter überfordert seien. Dafür erntete er verbale Ohrfeigen der Justiz. "Wir können nur mit jenen Beweisen arbeiten, die die Polizei liefert", betonte Michalek-Sprecher Gerhard Litzka. Im Grauen Haus plädiert Präsident Woratsch wörtlich dafür, dass sich "Sika um seinen eigenen Kram kümmert".

Was fehlt Das Baccalaureat Vom Wissenschaftsminister mit großen Hoffnungen angekündigt, vom Nationalrat noch vor der Sommerpause eilig beschlossen, liegt das Baccalaureat-Studium nun in der Schublade und droht zu verstauben. Keine der Universitäten und Hochschulen will den Schulabgängern die Möglichkeit zum Kurzstudium geben. Darüber hinaus hätte der Beirat für Wirtschafts- und Sozialfragen über die Genehmigung eines etwaigen Angebots entscheiden müssen. Dafür war die Zeit zu kurz.


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