Standpunkt: Ja, ich will!

Politik | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Die SPÖ möchte also die rechtliche Situation von Lebensgemeinschaften verbessern. Und gleichzeitig auf gleichgeschlechtliche Lebenspartner und Lebenspartnerinnen ausweiten. Klasse! Prompt hob natürlich das konservative Gezeter an. ÖVP-Klubobmann Andreas Khol sprach von "Homosexuellen-Ehe", Familienminister Martin Bartenstein sieht darin die Vorstufe zur Abschaffung der Institution Ehe überhaupt. Halb so wild: Der SPÖ-Vorschlag wäre nämlich tatsächlich nur ein Reförmchen. Lebensgemeinschaften - egal ob hetero oder homo - umfassen eben nicht dieselben Rechte und Pflichten wie die Ehe. Und Homopaare würden auch weiterhin in ihren Wahlmöglichkeiten diskriminiert. Die Lösung: eine eingetragene Partnerschaft für homosexuelle Paare, wie es sie in Dänemark bereits seit einem Jahrzehnt und in Norwegen, Schweden und Island seit längerer Zeit gibt. Und wie sie in anderen europäischen Staaten derzeit überlegt wird. Natürlich ist die Ehe nicht in Gefahr! Menschen lieben einander mit und ohne Trauschein. Aber wofür sie sich entscheiden, sollte ihre persönliche und freie Wahl sein. Auch Lesben und Schwule haben Anspruch auf Spießigkeit. Gleiche Pflichten, gleiche Rechte. Und dazu gehört nun mal auch, den Fehler seines Lebens machen zu dürfen. C. W.


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