Neulich auf Kuba

Politisches Buch Caspar Einem sucht die linke Bürgergesellschaft, sorgt sich um die Individualisierung der Gesellschaft und verrät, dass auch Minister Tagebücher schreiben.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Einst waren Fernreisen eine politische Entscheidung. Wer rechts war, ging nach USA, wer links war, nach Nicaragua. Oder zum Ernteeinsatz nach Kuba. Die seelisch Hilfesuchenden suchten sich im Kibbuz in der Westbank oder in La Gomera. Das alles drohte schon in Vergessenheit zu geraten. Doch seit diesem Sommer ist alles wieder im Lot. Politische Bekenntnisse werden endlich wieder in die rechte Kulisse gerückt. Viktor Klima steuert seinen Kahn durchs Mittelmeer. Wolfgang Schüssel bewundert das Schimmern des schneebedeckten Olymp. Caspar Einem lässt in seinem Buch "Ein neuer Staat befreiter Bürger" wissen, dass er Christa Wolf am kubanischen Strand liest, grübelt und ein Credo in sein Tagebuch einträgt: "Ich könnte mich hier nicht einfach versaufen, sitzen, schauen, herumhuren, einfach das Leben leben. Hier und heute müsste ich etwas tun, etwas tun, damit ein Traum am Leben bleibt, eine Chance genutzt werden kann, damit nicht einfach wieder die USA gewinnen."

Kuba ist arm, aber wenigstens


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