Fast wie im richtigen Leben

Musik Das New Yorker HipHop-Label "Black Hand" würdigt den vergessenen schwarzen Schriftsteller Donald Goines mit einem Soundtrack zu dessen Roman "Black Gangster"

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Wer den "Original Soundtrack" zu Donald Goines 1972 erschienenem Roman "Black Gangster" in seinen CD-Player einlegt und zurück vor den ersten Song zum "Hidden Track" spult, hört zunächst ein auf dem Sample-Keyboard eingespieltes Streichorchester, dann eine nasale, verhallte Stimme: "Hallo, ich bin Donald Goines junior, der Sohn von Donald Goines senior." So weit, so logisch. Wie uns Donald, der Jüngere, erklärt, wurde dem Werk seines Vaters, eines der "größten Schreiber der Black Experience", bisher nicht die nötige Anerkennung zuteil: "Er hat uns jahrelang in der Sprache der Straße unterhalten. Sein Ausdruck war so lebhaft und so standhaft wie diese Songs. Was er in seinen Büchern tat, machen diese Künstler heute. Sie bringen die Straße zum Leben."

Eine interessante Formulierung, die korrekt - wenn auch wohl unbewusst - impliziert, dass sowohl das Publikum Goines' als auch jenes der auf dem Compilation-Album versammelten Rapper die "Straße", also die Ghettos und Slums, zum


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