Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Mit dem Aufkleber "Die Buchvorlage zum Film ,Eyes Wide Shut'" versehen, ist die Taschenbuchausgabe der "Traumnovelle" soeben in die achte Auflage gegangen. Erst Jahrzehnte nachdem Arthur Schnitzler sie begonnen hatte, vollständig niedergeschrieben (dazwischen lag unter anderem ein Weltkrieg) und 1925 erstmals veröffentlicht, zeigt sie schon durch die thematische Konfiguration - Albertine und Fridolin gestehen einander ihr, die gemeinsame Ehe infrage stellendes Begehren und werden in Träumen oder zumindest traumähnlichen Episoden mit den eigenen erotischen Abgründen konfrontiert - Schnitzlers Nähe zu Freud. Eheprobleme anno 1925? "Die Annahmen, die zugrunde liegen, sind überholt, oder?", meint Frederic Raphael, der die "Traumnovelle" im Laufe von zwei Jahren für Stanley Kubricks Film adaptierte. Im gleichnamigen Buch "Eyes Wide Open" führt er uns umschweifig und ohne ein auch noch so belangloses Telefonat, die Minzpasteten seiner Frau oder "Stanleys Hingabe an seine Stockenten"


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