Nüchtern betrachtet: Einmal werde ich jung gewesen sein

Kultur | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Das Alter schreitet rapide voran. Um uns diese Erkenntnis wenigstens vom eigenen Leibe zu halten, verfolgen wir mit wachem Interesse den Verfall von aus Film, Funk und Fernsehen bekannten Gesichtern. Eine Zeit lang hilft Mode, Fassung und Fassade zu bewahren. Aber dann wird die Ausgeh-Couture gegen den Pyjama getauscht, und ohne Fassung bemerken wir fassungslos die eigene Formlosigkeit: Barbapapa geht jetzt schlafen. Und wenn sie noch schnell den Paiper einführen, wird alles wieder gut. Schnecken! Der Unterschied zwischen Selbstinfantilisierung und Selbstvergreisung ist ja marginal. Immer öfters finde ich mich aufseiten der Massen, die von Charly Blecha jederzeit mobilisiert werden können (und dann Gnade uns Gott). Nein, ich finde es eher nicht okay, die Füße auf dem gegenüberliegenden U-Bahn-Sitz hochzulagern, und nein, der Hinweis des jungen Mannes, das sei "nicht die Realität" und "rücksichtslos" allenfalls eine etwaige Vergewaltigung der Tochter der Beschwerde führenden Damen


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