Stadtrand: Neude hat ein Rad

Stadtleben | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Bitte, hab ich also auch endlich ein Fahrrad! Deshalb darf es bald mal frieren. Mein Rad hat nämlich nur 21 Gänge. Das heißt, man muss selbst treten. (Ein Detail, das dieses berechnende Luder von Verkäufer unterschlagen hat.) Da hätte ich, bitte schön, doch lieber die doppelseitige Lungenentzündung. Mit der schwitzt man sein Gegenüber wenigstens nicht an.

Aber es macht Spaß, das stimmt. Allein die Gesichter der Touristen, wenn man sie vom Radweg klingelt! Wie die springen können! (Darf man eigentlich langsame Fahrradtouristen beschimpfen?)

Und: Rad fahren in der Stadt öffnet den Geist tatsächlich für neue Erkenntnisse. Das Wiener Radwegenetz ist nämlich eindeutig von einem Kanaldeckel zum nächsten geplant. Da haben die Stadtplaner Malen nach Zahlen geübt. Ebenfalls erst jetzt bemerkt habe ich, dass die Wiedner Hauptstraße bergauf geht. In beiden Richtungen. Überhaupt: Wer hat da was von Alpenvorland gesagt? Mittendrin! Gürtel von der Währinger Richtung Josefstädter? Erstbefahrung ohne Sauerstoffmaske!

Wenigstens werden bis zur nächsten Badesaison die blauen Flecken an Wadln und Oberschenkeln weg sein. (Nein, ich habe KEIN Koordinationsproblem!)

Über die Schmerzen am Steißbein werden wir noch reden müssen. S. N.


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