Stadtmensch

Stadtleben | aus FALTER 35/99 vom 01.09.1999

Der Grund, warum Wilhelm Goldenberg vor knapp zwanzig Jahren die Goldenberg-Stiftung ins Leben rief, ist schön und traurig zugleich. 1977 starb seine Frau Anne, die aufgrund von Kriegswirren, Flucht und "wenig freundlicher" Wiederaufnahme in Wien nie die Gelegenheit hatte, ihr künstlerisches Talent zu entfalten. Armut, Kindererziehung, Wohnungsumbau - ständig gab es jemanden oder etwas, das ihre Zeit beanspruchte. "Doderer sagte einmal: ,Jedes nicht entwickelte Talent vergiftet den Körper'", erklärt Wilhelm Goldenberg. Deshalb hat er nach dem Tod seiner Frau eine Stiftung gegründet, die berufstätigen oder weniger begüterten Frauen - "solche, die wollen, die man aber nicht lässt" - den Zugang zur Kunst erleichtern soll. Sei es durch die notwendigen Utensilien oder aber auch einen einmaligen Mietzuschuss. Einsendeschluss für schriftliche Bewerbungen, in denen die Lebensumstände kurz dargestellt werden sollen, ist am 15. Oktober. Anne-Goldenberg-Stiftung, 9., Porzellang. 36. S. N.


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