Die Beatles & die Stones

Kommentar Der Antagonismus Beatles versus Stones ist nach wie vor ein unausgefochtener Kulturkampf.

Vorwort | Robert Rotifer | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Letztens in Liverpool. Man schrieb den ersten, offiziellen "Yellow Submarine Day". Die Stadtverwaltung hatte das Zentrum zur Zone der kontrollierten Tollerei im Zeichen des musikalischen Lokalerbes erklärt. Laut magistratischem Plan sollten 180 Bands den ganzen Tag über Beatles-Musik spielen, tatsächlich aber schien unter den meisten Musizierenden eine Art stilles Beatles-Embargo zu bestehen. Man gab sich betont pluralistisch zwischen Abba und Vengaboys und mied dabei das lennon-mccartneysche Liedgut wie der Teufel den Himmeltau. Das wiederum war zweifellos Ausdruck des Widerstands gegen Fremdenverkehrsbehörde, Platten- und Filmkonzerne, die die Stadtbevölkerung als Statisten ihrer niedren Eitelkeit gebrauchen wollten. Schließlich ist ein Beatles-Tag in Liverpool das bedauerliche Äquivalent einer wienweiten Strauß-Woche.

Ein paar Zehn- bis Hunderttausend Beatles-Fans aus aller Welt waren wohl angereist, erkennbar an ihren gelben, mit Darstellungen des durch die See der Löcher streunenden


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