Leitung frei für Polizei

Überwachung Ein geheimer Verordnungsentwurf will österreichische Telefonanbieter erstmals dazu zwingen, brisante Daten an die Polizei herauszugeben. Das Handy, Symbol der Freiheit, wird zum Hörgerät der Polizei. Datenschützer schreien auf. Die Polizei beruhigt. Wie gefährlich sind Telefonüberwachungen wirklich?


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Bei der Beschreibung von homosexuellen Verdächtigen hatte der Fahnder des Wiener Sicherheitsbüros seine sprachlichen Probleme: "X1 ist der Mann des Verdächtigen und geht keiner geregelten Geschäftstätigkeit nach. Y ist die Haushälterin beim Verdächtigen, er kocht und putzt auch noch das Büro bei ihm. Z geht keiner Beschäftigung mehr nach. Zur Zeit befindet er sich in Rom und arbeitet dort als Prostituierte." Der Kriminalist des Wiener Sicherheitsbüros war hinter einem internationalen Drogenkartell her. Man vermutete, dass ein österreichischer Geschäftsmann zusammen mit dem Cali-Kartell aus Kolumbien Kokain schmuggle. Die Ermittler beantragten einen gerichtlichen Telefonüberwachungsbefehl. Monatelang wurden Gespräche des Geschäftsmanns mit kolumbianischen Geschäftspartnern - völlig legal - abgehört und notiert. Es ging ja um den schweren Verdacht des Drogenhandels, der - es sei vorweggenommen - nicht zweifelsfrei erwiesen wurde.

Plötzlich passierte es: Beim monatelangen

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige