Deutsch für Sensible

Sprache "Tschuschen", "Bimbos", "Wirtschaftsflüchtlinge": Ein Wiener Sprachwissenschaftler hat sich auf die Suche nach den Wurzeln böser Worte im Umgang mit den "Anderen" begeben. Das Ergebnis: eine neue Fibel für Political Correctness.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Was haben Asylanten mit Tschecheranten, Ignoranten, Intriganten und Querulanten gemeinsam? - Eigentlich nur die Endung. Diese teilen sich Vertriebene aber erst seit Anfang der Neunzigerjahre mit typischen Ausdrücken für gesellschaftlich geächtete oder unliebsame Personen. Der neutrale Rechtsbegriff "Asylwerber" sei nicht zufällig zum "Asylanten" mutiert und mittlerweile zum salonfähigen Terminus avanciert, meint Bernd Matouschek. "Die neue Endung rückt diese Menschen in den Kontext, in unserem Land auf unsere Kosten leben zu wollen."

Seine Erkenntnisse über sprachliche Diskriminierungen hat der Wiener Sprachwissenschaftler nun in einem Handbuch zusammengefasst. Gemeinsam mit der Grünen Bildungswerkstatt will der Wiener sein Elaborat auch Schulen, Politikern und Medienleuten zukommen lassen. Ziel: Sprechende und Schreibende auf ihren - wenn auch oft unbewussten - diskriminierenden Sprachgebrauch aufmerksam zu machen.

"Das Buch empfiehlt weder Speisekarten zu verändern noch um jeden


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