Mein kleiner Liebling

Medienwesen Journalisten und ihre Hunde bilden oft Symbiosen medial verwertbarer Natur.

Medien | Verena Mayer und Adelheid Wölfl | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Auf Oberschenkelhöhe wird die Realität überschaubarer: Man sieht weniger und zugleich mehr von ihr. Genau 80 Jahre ist es nun her, dass Thomas Mann die "hohen Knickbeine" seines kurzhaarigen deutschen Hühnerhundes Bauschan hernahm, um nach dem Ersten Weltkrieg mit der Kurzgeschichte "Herr und Hund" wieder in die Literatur einzugehen. Als Bauschan verschied, beantwortete der Schriftsteller jedes Beileidschreiben persönlich.

80 Jahre später tauchen Hunde als "kleiner Liebling" und "herziges Viecherl" in Kolumnen und Sachbüchern auf. Weil sie Glück gehabt haben, sind ihre Herrln und Frauerln Journalisten und bringen den Lesern das Hundeleben, das sich entlang eines Horizonts von durchschnittlich 80 Zentimetern Höhe auftut, näher. Es umfasst gutes Essen und Trinken, gute Kollegen, gute Hundehalter, gute Ratschläge sowie schlechtes Essen und Trinken, schlechte Kollegen, schlechte Hundehalter und schlechte Ratschläge.

Bleiben die einen auch beim Schreiben das Herrl, so begeben

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