Kommentar: Ars Electronica: der Juror als Laborratte

Kultur | Vitus H.Weh | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Kaum hatte ich meine Ars-Electronica-Rezension zu Ende geschrieben, da flatterte aus meiner E-Mail-Box die erstaunliche Meldung, dass sich einige Juroren des Prix Ars Electronica als manipulierte Laborratten fühlen. In die Schlingen einer Verschwörung der Großindustrie seien sie geraten, ihr offener Brief nur der Anfang der Enthüllung: Kurz vor Verleihung der Goldenen Nicas scheint sich in Linz offensichtlich ein handfester Skandal zusammengebraut zu haben.

Konkret geht es um die Auszeichnung in der Kategorie Netzkunst an Linus Torvalds für "Linux". Die Juroren Derrick de Kerckhove, Lisa Goldman, Joichi Ito und Marleen Stikker, die die erwähnte Brandmeldung verschickten, mutmaßen mittlerweile massive Schiebung ihrer eigenen Entscheidung. Vor kurzem sei ihnen nämlich zu Ohren gekommen, dass das Thema der nächsten Ars intern seit Wochen auf "Open Source" fixiert wurde. Und zwar mit Zustimmung der einflussreichen Sponsoren Siemens, Microsoft, Oracle und HP. Die Jurymitglieder vermuten


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