Massentauglich subversiv

Musik Nach vier Jahren des fieberhaften Knöpfchendrehens haben Leftfield es endlich geschafft, ihr neues Album fertig zu stellen.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Von Angesicht zu Angesicht vermittelt Neil Barnes von Leftfield ja den Eindruck eines äußerst sympathischen, zuvorkommenden Menschen, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Realität steht. Bei nachträglicher, nüchterner Betrachtung einiger Zitate aus unserem Gespräch könnte man allerdings vermuten, er wäre ein aufgeblasener Gockel. Über Leftfields kommende Live-Shows: "Ich mach mir da keine Sorgen, weil alles, was wir tun, auf jeden Fall besser sein wird als alles andere, was du derzeit sonst so zu hören kriegst." Über das neue Album: "Wir wollten etwas Anspruchsvolles, etwas für die Zukunft machen, und das ist ein schwieriges Vorhaben, das Zeit braucht. Die meisten Nummern haben eine Art Genesis durchgemacht. Es war eine Evolution."

Bis zu einem gewissen Grad kann man Barnes seine sensationalistischen Luftblasen jedoch nicht so übel nehmen. Sie entsprechen lediglich den an ihn gestellten Erwartungen. Nirgends schlägt die Emphase so hemmungslos um sich wie in der Rezeption

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