Mit leiser Stimme brüllen

Literatur Rechtzeitig zu Michael Guttenbrunners 80. Geburtstag sind zwei Bücher erschienen, die einen Zugang zum Werk eines bedeutenden österreichischen Schriftstellers eröffnen, dessen skrupulöser, ja ehrfürchtiger Umgang mit der Sprache seinesgleichen sucht.

Kultur | Antonio Fian | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

In diesem Jammertal erlebe ich noch mit eigener Hand die Vollkommenheit des alten Holzrechens, seine Bestimmung fürs Zusammenziehen des Heus über den wie immer beschaffenen Boden und das Fortschaffen und Werfen des luftigen knisternden Schwadens; und auch die Perfektion der dreizinkigen eisernen Heugabel."

Dieser unscheinbare Text enthält nicht weniger als die Poetik seines Verfassers, Michael Guttenbrunner spricht von seinem jahrzehntelangen Bemühen, ein perfektes Werkzeug seiner Bestimmung gemäß zu handhaben, auf dass im Zusammenspiel Gutes und Nützliches entstehe; Ehrfurcht zu bewahren vor dem vollkommensten aller Werkzeuge, die die Menschen sich erschaffen haben, ihrer Sprache; zu verhindern, dass sie von Falschen benützt, missbraucht wird und ihr Wirken gegen uns kehrt.

Michael Guttenbrunner ist auf dem Land, in Althofen in Kärnten, zur Welt gekommen und dort in wenig begüterten Verhältnissen aufgewachsen. Texte, in denen er von seinen Kinderjahren, seinen Eltern spricht,


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