Aufgeblättert

Martin Droschke | Kultur | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Eigentlich hatte Margarete Steffin selbst Ambitionen als Schriftstellerin gehabt. Aber als sie 1941, gerade 33 Jahre alt, in Moskau an Tuberkulose starb, trug ihr Werk den Namen eines anderen. Bert Brecht war Steffins langjähriger Geliebter und hatte es - wie bei vielen anderen Frauen auch - geschafft, ihre Kreativität und Kraft voll für sich einzunehmen. "ich hatte 50 seiten eines grossartigen kriminalromans geschrieben", schrieb Steffin 1934 an Walter Benjamin. "nach dem lesen sagte er", Brecht, "ich sollte mir das nochmal durch den kopf gehen und vor allem liegen lassen!" Brecht bestand darauf, dass sich Steffin, die sich in ihren "Briefen an berühmte Männer" auch noch rührend um Walter Benjamin und Arnold Zweig kümmerte, zunächst um seine Karriere sorgen sollte. Da blieb für Eigenes keine Zeit mehr.

Ein Glück, dass sich das Selbstverständnis der Frauen geändert hat. Ein Jahr lang haben Hanna Mittelstädt, die Verlegerin der Edition Nautilus, und ihre Autorin Anna Rheinsberg

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige