Stadtrand: Schnelle Post

Stadtleben | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Man kann ja nie wissen. Also buhlte meine Post bereits Ende Juli vorauseilend um Verständnis. Via gelben Zettel im Briefkasten ließ sie mich wissen, dass auch mein "Briefzusteller in den nächsten Wochen seinen wohlverdienten Urlaub antreten" würde. Und: "Während dieser Zeit werden Sie von einer Urlaubsersatzkraft betreut werden." Aha, alles klar. Allerdings, so teilte mir meine Post weiter mit, "handelt es sich bei diesen Urlaubsersatzkräften meist um Studenten, denen die Post einen Arbeitsplatz bietet". Auch recht, sollen die ruhig mal was arbeiten. Ja, und dieser Arbeit gingen die eigens eingeschulten Urlaubsersatzkräfte auch "mit viel Interesse" nach. Dennoch könnten "manchmal Fehler bei der Zustellung auftreten". Schon gut, nobody is perfect, mein Verständnis hatten sie, Urlaubsersatzkräfte wie Post. Schließlich hätte ich mich "nötigenfalls vertrauensvoll" an mein Zustellpostamt wenden können. Geschenkt. Die ganze Aufregung war umsonst. Ich vermisse keine Briefe, habe leider auch keine bekommen, die mich nichts angehen. Im Gegenteil: Ich will meine Urlaubsersatzkraft wiederhaben. Denn jetzt bringt mir wieder mein angestammter Profibriefzusteller die Post - erholt und, wie vor dem wohlverdienten Urlaub, zwei Stunden später. C.F.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige