Sideorders: Kaffee leider nein

Stadtleben | aus FALTER 36/99 vom 08.09.1999

Vorige Woche war von Lokalen und Instituten die Rede, in denen Kaffee entweder selbst geröstet oder sonstwie lobenswert gepflegt wird. Heute soll die Rede sein von Kaffees, die es entweder irgendwie leider nicht gibt oder besser nicht geben sollte.

Illy Immer wieder werden Rufe laut, dass der Illy früher besser gewesen sein soll. Das ist ungefähr so wahr, wie dass die Sommer früher heißer, die Winter kälter und die Nachtfilme spannender waren. Wir haben uns halt daran gewöhnt, und Italiens besten Kaffee gibt es mittlerweile in so vielen Lokalen, dass aufgrund von menschlichem Versagen eben leider sehr oft auch untrinkbare Pfützen aus dem edlen Pulver gemacht werden. Unverzeihlich jedoch: Warum gibt es noch kein Illy-Espresso, warum wird die Zweitmarke Hausbrandt so vernachlässigt?

Demel Ein trauriges Kapitel.Imageträger Nummer eins bei edlem Backwerk und Heimat der weltbesten heißen Schokoladen lässt kaffeemäßig aus, und das, obwohl man eine eigene Mischung anbietet. Häferlkaffee, nein danke. Mehr Konzentration, Raiffeisen!

e tricaffe Der Designer-Kaffee des Benetton-Konzerns glänzt zwar durch Marketing, Expansion und schnieke Lokale. Von den vier Kaffeesorten bekommt man in der Bognergasse aber immer nur eine ins Häferl. Warum?

Arabia Die vergebene Chance par excellence: Eine bessere Location als das Arabia-Cafe am Kohlmarkt gabs in ganz Wien nicht, das Design war Kult, die Marke wurde vorigen Sommer regelauncht. Doch nein, das Cafe machte zu, bald kann man hier Chanel kaufen.

Meinl In der Bozner Rösterei Del Moro wird bereits am Kaffee mit italienischem Charakter gefeilt. Ob der neue Doppelstock-Meinl am Graben auch Platz für eine Cafe-Bar haben wird?


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