"Osttimor ist nicht Kosovo"

Kommentar Das Besondere an der Katastrophe von Osttimor: die UNO trägt Mitschuld am Völkermord.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Als Indonesiens Diktator Suharto 1975 beschloss, die durch die portugiesische "Revolution der Nelken" freigekommene Ex-Kolonie Osttimor zu besetzen, da signalisierten die in Jakarta weilenden amerikanischen Staatsspitzen Gerald Ford und Henry Kissinger Verständnis. Die indonesischen Generäle, selbst nach einem grässlichen Ausrottungsfeldzug gegen Kommunisten und Angehörige der chinesischen Minderheit an die Macht gekommen, waren feste Verbündete im Kalten Krieg. Die osttimoresische Befreiungsbewegung Fretilin hingegen hatte den wenige Wochen zurückliegenden Einzug der Nordvietnamesen in Saigon bejubelt und galt als kommunistenfreundlich. Menschenrechtsaktivisten stießen jahrelang im Westen auf taube Ohren, als sie den Vernichtungsfeldzug der Militärs auf der fernen Südseeinsel anprangerten. Zwar hat außer Australien kein Staat der Welt die Annexion anerkannt, und Osttimors Bischof Carlos Belo erhielt mit seinem mutigen Gefährten Jose Ramos-Horta in den Achtzigerjahren sogar den


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