Wer liest falsch?

Kommentar Sloterdijk gegen Habermas - ein Philosophenstreit verwirrt die deutsche Öffentlichkeit.

Vorwort | Isolde Charim | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Ende Juli hat der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk auf Schloss Elmau eine Rede gehalten. War es das Ziel der Humanisten, Bücher als "dickere Briefe an Freunde zu schicken", so hat diese Rede dem Autor - ihrem anti-humanistischen Gehalt gemäß - nicht nur Freunde gemacht.

Vor allem in der Zeit und im Spiegel erschienen große Artikel, die Sloterdijks Ausführungen zum Verhältnis von altem Humanismus und neuen Gentechnologien als Züchtungsfantasien des Autors lasen.

Der öffentliche Eklat, zu dem Sloterdijks Intervention damit wurde, bewegt sich seitdem vor allem auf dem Feld der Hermeneutik. Wie bereits bei der Rede von Martin Walser betätigt sich eine breite Öffentlichkeit in der ureigensten philosophischen Disziplin: der Interpretation von Texten. Peter Sloterdijk hat selbst den Auftakt gemacht. Nachdem sein erster "Brief" seinen Adressaten scheinbar nicht erreicht hatte, schickte er zwei weitere, nunmehr "offene" Briefe ab, die vorsichtshalber direkt adressiert waren.

In dem ersten


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