"Schleich dich, du Tschusch!"

Interview Erstmals schildert eine junge Mutter, wie sie und ihr Mann von der Polizei getreten, beschimpft und geschlagen wurden. Obwohl die schweren Vorwürfe Polizei und Justiz seit drei Monaten bekannt sind, läuft kein Verfahren gegen die Polizisten.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Die Amtshandlung in der Landstraßer Hauptstraße sorgte für Aufsehen: Am 14. Juli beobachteten drei Passanten, wie Polizisten einen bereits gefesselten Mann misshandelten (Falter 35/99). Der Beamte Gerald S., so gaben die Zeugen unter Wahrheitspflicht nun auch vor Gericht an, hätte "völlig verrückt" auf den Kopf des Mischa P. eingetreten.

Der Prozess läuft aber gegen den Getretenen, Mischa P,. und seine österreichische Frau Anna K. (beide vertreten durch Rechtsanwalt Georg Bürstmayr). Beide sind wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt. K., die ihren Säugling bei sich hatte, wollte sich mit P. treffen. Plötzlich sah sie, wie ihr Mann von mehreren Beamten auf den Boden gerungen und getreten wurde. Laut Polizei habe Mischa P. Passanten angepöbelt. Als ihn die Polizisten aufforderten, den Mund zu halten, habe er ein Taschenmesser gezogen und sei weggelaufen. Mischa P. behauptet, dass sich die Männer nicht als Polizisten ausgewiesen, sondern zuerst ihre Dienstwaffen gezogen


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