Presseschau

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Eine der ehrlichsten Textsorten ist die Kolumne. Obwohl in einer Kolumne grundsätzlich alles erlaubt ist, was in Nichtkolumnen verboten ist, wird eine Kolumne vom Kolumnisten in der Regel dazu missbraucht, schamlos ehrlich zu sein. "Wenn du wissen willst, wie deine Zeitung ist, schau dir ihre Kolumnen an", ist ein altes chinesisches Sprichwort. Kommentare flunkern daher, shippen elegant auf elder statesmen, in der Kolumne aber erfahren wir, was Sache ist. So bekennt Staberl zum Thema "Einrücken" in die Schule, daß er seinen weitgehend mittellosen Eltern noch heute dankbar sei, daß sie ihn ohne jegliche Nachhilfe auf eigene Beine gestellt haben, weswegen er "etwa in Mathematik oder Darstellender Geometrie immer nur mit knapper Not, bei der Matura überhaupt nur mit Hilfe eines ziemlich fein eingefädelten Schwindels durchgekommen" sei. Also Schüler: weniger Nachhilfe, mehr Einfädeln! Wie die Stimmung im profil ist, erfahren wir bei der urlaubenden Doris Knecht: Innenpolitik-Redakteur Markus Huber verbringt seine Freizeitabende ungetröstet in einer trostlosen Redaktion, wo er sich TV-Duelle ansehen muß. Shit.


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