Das Leben ist eine Baustelle

Film Für "Dieu seul me voit" haben die Gebrüder Bruno und Denis Podalydes die eigenen Biografien ausgeschlachtet und daraus einen hübschen Film über das Leben und Lieben in die Jahre gekommener Buben gemacht.

Kultur | Yasmin Kiss | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Beim Fußballmatch ist er für die Mannschaft, die am fairsten spielt, Kreuzungen überquert er mehrmals, um dann eine noch nicht ins Auge gefasste Richtung einzuschlagen, einfache Verabredungen werden mit dem Zusatz "a priori" bestätigt - Albert Jeanjean (Denis Podalydes, der Bruder des Regisseurs) ist ein Zauderer, der an die Hand genommen werden will, und das am liebsten von Frauen. Mit dreißig unternimmt er wie weiland Laurence Sternes adoleszenter Yorick eine empfindsame Reise. Sie führt ihn über Toulouse zurück nach Versailles, schließlich ins Herz von Paris; dabei ist er trotz seiner quälenden Unschlüssigkeit stärker als seine Umgebung in Bewegung, erkundet unbekannte Milieus und engagiert sich bedingungslos in Liebesdingen.

Der Titel "Dieu seul me voit" ("Gott allein sieht mich") hat einen Zusatz: "Versailles-Chantiers". Chantiers, also "Baustellen", meint: "Alles ist im Umbruch" - im gut- bis großbürgerlichen Versailles genauso wie in Alberts Leben. "Umbruch" steht bei


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