Leiden vor dem Happy End

Musik In ihrer zweiten Inkarnation als Lieblingsband der gereiften Modernisten vertiefen sich Everything But The Girl weiter in die optimistische Welt der Dance-Szene.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Wer Tracey Thorn und Ben Watt zusieht, wie sie in einer gestylten Cafe-Bar im künstlerisch angehauchten Hampstead zufrieden ihre Mehlspeisen gabeln, könnte meinen, das Sinnbild des Easy Living vor sich zu haben: ein modisch schickes Ehepärchen, beide an die 37, unzertrennlich seit siebzehn Jahren, glückliche Eltern zweier kleiner Zwillingstöchterchen - sogar die gemeinsame Popkarriere als Everything But The Girl ist immer noch am Laufen.

Aber wie das erste Eindrücke meist so tun, täuscht auch dieser gewaltig. Thorn ist frühzeitig ergraut, und die tiefen Furchen in Watts Gesicht erzählen eine bewegte Geschichte. Anfang der Neunzigerjahre war für die beiden eine Welt zusammengebrochen. Ben Watt litt unter einer mysteriösen, lebensbedrohenden Krankheit und vegetierte in einem zermürbenden Dauerzustand der Hilflosigkeit dahin. Den schier endlosen Spitalsaufenthalt und die langwierige Überwindung der körperlichen Krise sollte Watt ein paar Jahre später in seinem preisgekrönten


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