Nüchtern betrachtet: Seagrams, Schweppes, Sex und Stilton

Kultur | aus FALTER 37/99 vom 15.09.1999

Es ist zu heiß für diese Jahreszeit. Die Herbsthitze hat die Stadt ausgedörrt wie eine Dörrzwetschke. Dörrzwetschken sind gut gegen Krebs. Mein Wochenendkonsum an Dörrzwetschken wieder mal unter jeder Sau. Die sonntagabendliche Magazin-Lektüre kann einen ganz schön niederziehen. Wahrscheinlich ist auch Sex gut gegen Krebs. Sex mit Fischen. Deswegen lese ich keine Sex-Artikel mehr. Hat man Sex, wars auch schon der falsche. Auf jeden Fall gut gegen Krebs ist Tofu. Ich brauche nicht anzumerken, wie es um meinen Tofu-Konsum bestellt ist. Nicht, dass ich ein Freund scharf angekohlter Käsekrainer wäre. Aber warum muss es immer die heilige Dreieinigkeit von Tofu, Dörrzwetschke und Brokkoli sein? Kann die Lebensmittelforschung nicht mal was anderes entdecken? Was ist mit der antiseptischen Wirkung verflüssigten Hopfens? Was mit den wertvollen Bitterstoffen im Gin Tonic? Sollte das alles umsonst gewesen sein? Nicht die kleinste gesundheitsfördernde Nebenwirkung?

Aus den hitzeflirrenden

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