Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 38/99 vom 22.09.1999

... kündigte der damalige "Falter"-Kritiker Hans Hurch das Programm der Viennale-Retrospektive 1979 an.

Die alljährlich im Rahmen der Viennale stattfindende Retrospektive des Österreichischen Filmmuseums ist heuer dem amerikanischen Abenteuerfilm gewidmet. Vertreten durch eine repräsentative Auswahl von etwa 40 Filmen, entstanden in 40 Jahren zwischen 1920 und 1960, gibt diese Schau die Möglichkeit, ein Genre kennen zu lernen, das eigentlich kein Genre ist, sondern eine Zusammenfassung verschiedenster Filmrichtungen, in denen auf irgendeine Art und Weise geabenteuert wird.

Ein Abenteuer-Regisseur par excellence ist: Howard Hawks, bei dieser Retrospektive einmal in der Luft, einmal am Wasser mit zwei Filmen vertreten: dem wunderschönen Fliegerfilm "Only Angels Have Wings" (1939) (ein Film, in dem man beobachten kann, wie allein mit dem Ton atemberaubende Spannung erzeugt wird; ein selbstständiger Ton lange vor dem Autorenfilm) und "Tiger Shark" (1932) mit Edward G. Robinson in der Rolle des portugiesischen Fischers Mike Mascarenhas. Aus der umfassenden Menge der Filme einzelne Werke oder Regisseure hervorzuheben, ist auch eine Sache des persönlichen Geschmacks, der bei mir folgendermaßen aussieht: Neben Hawks möchte ich auf Josef von Sternbergs "Marocco" (1930) und Fritz Langs "Moonfleet" (1955) hinweisen. Wer mir allerdings fehlt: Nicholas Ray, z.B. mit dem 1958 entstandenen grausam schönen Abenteuer "Wind Across the Everglades". Dafür aber entschädigt eine seltene Überraschung von Jacques Tourneur: "Anne of the Indies" (1951).

Diese hier erwähnten Filme sind jedoch nur ein kleiner Querschnitt durch einen großen Querschnitt durch 40 Jahre Abenteuerfilm.

Anmerkung: Für die Anregung bezüglich des Tons in "Only Angels Have Wings" danke ich meinem väterlichen Freund, Armin Thurnher. Hans Hurch


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