Was war

Politik | aus FALTER 38/99 vom 22.09.1999

Blauer Sieg in Xi "Vorarlberg, bist zwar als Land ein Zwerg", singen die Xiberger gern. Das gilt aber nicht mehr für die Landespartei der FPÖ. Bei den Vorarlberger Landtagswahlen räumten die Freiheitlichen bei allen anderen Parteien gehörig ab: Die ÖVP hat erstmals seit 1945 keine Absolute mehr. SPÖ und Grüne verloren je ein Mandat. Das Liberale Forum schaffte auch beim erneuten Anlauf nicht den Sprung in den Landtag. Auf Bundesebene schrillen seit Sonntag die Alarmglocken: Sowohl SPÖ-Spin-Doktor Andreas Rudas als auch VP-Klubchef Andreas Khol kommentierten das Ergebnis als "ernst zu nehmendes Warnsignal" und kündigten an, nun "um jede Stimme zu kämpfen". Warum erst jetzt?

Was kommt Europäisches Asylsystem Auf vieles konnten sich die 15 europäischen Innenminister, die vergangene Woche im finnischen Turku tagten, nicht verständigen. Aber eines mussten sie alle eingestehen: Europa wird in Hinkunft um ein einheitliches Asylsystem nicht herumkommen. Mitte Oktober werden nun die EU-Staats- und Regierungschefs die Leitlinien für diese gemeinsame Flüchtlingspolitik festlegen. Asylwerber sollen in Hinkunft in allen Staaten der EU dasselbe Verfahren erhalten. Ob dieses einmal mehr der kleinste gemeinsame Nenner sein wird, bleibt abzuwarten.

Was fehlt Debatte um Wahala In einem dieser Tage erscheinenden Buch ("Abgesetzt von Schönborn", Ueberreuter Verlag) rechnet der homosexuelle Priester Johannes Wahala mit Kardinal Christoph Schönborn ab. Dieser hatte den Pfarrer abgesetzt, als er sich ihm gegenüber als homosexuell outete. Schönborn, so Wahala wörtlich, gehöre zum fundamentalistisch-reaktionären Rand der Kirche und sei ein autoritärer Machtmensch, der unter Druck unberechenbar werde. Die Kirche reagierte auf das Erscheinen des Buches bereits mit Empörung. Eine öffentliche kirchliche Diskussion zum Thema Homosexualität gibt es dennoch nicht.


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