Die Kunst des Scheiterns

Literatur In seinem Debüt-Roman "Tagebuch eines Versagers" singt der Amerikaner Benjamin Anastas ein Hohelied auf das Scheitern.

Kultur | Stefan Ender | aus FALTER 38/99 vom 22.09.1999

Es war einmal ein junger Amerikaner, und der hatte da so seine Probleme mit der amerikanischen Gesellschaft. Sie wäre arg "auf Tugendhaftigkeit fixiert", so seine Klage, "besessen vom Gedanken der körperlichen und geistigen Gesundheit" und würde dem verfehlten Glauben nachhängen, "menschliche Wesen wären - wie Konsumartikel - perfektionierbar".

Nun wären alle Schwierigkeiten gelöst gewesen, wäre der 30-Jährige kurzerhand in eine an einem schönen, blauen Strome gelegene Hauptstadt eines EU-Staates emigriert, um sich für den Rest seines Lebens in aller Stille an der dort ungeniert ausgelebten Fehlerhaftigkeit des Menschen zu ergötzen. Aber nein, es musste unbedingt ein Buch geschrieben werden, ein Hochgesang auf das Scheitern, an welchem Amerika dann sozusagen von innen gesunden sollte. Und so machte sich besagter Mann ans Werk, an sein Werk, und verfasste das "Tagebuch eines Versagers", die Geschichte eines jungen amerikanischen Menschen, der sich nichts weniger zu seinem Lebensziel


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