Nüchtern betrachtet: Was tut Urs Stährli in meinem Traum?

Kultur | aus FALTER 38/99 vom 22.09.1999

Der Typ, der das Drehbuch für meine Träume schreibt - und gewisse, mitunter nicht einmal so üble Passagen, die dann aber zielsicher vom Kameramann vergeigt werden und an Tiefenschärfe sehr zu wünschen übrig lassen, sprechen sehr dafür, dass es sich um einen Mann handelt -, sollte die Begegnung mit mir scheuen, bei welcher, käme sie je zustande, ich ihm nämlich eine scheuern und ihn anschließend feuern müsste. So weit ich weiß, liegt es freilich im Wesen von Traumdrehbuchschreibern, dass deren Anonymität gegenüber den Opfern ihrer Machenschaften streng gewahrt bleibt, sodass ich meinen Traumdrehbuchautor selbst dann nicht erkennen würde, wenn er im Supermarkt neben mir die Avocados abtastete. Ich führe bereits seit 37 Jahren ein bewegtes Traumleben (so, als ob ich was zu plauschen, geschweige denn zu "führen" hätte), in welchem mir letzten Mittwoch erstmals der junge Schweizer Schriftsteller Urs Stährli erschien.

Nun habe ich absolut nichts gegen Urs Stährli, dessen Werk


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