Und die Ostküste?

Kommentar Warum es wichtig ist, was "das Ausland" von der Wahl in Österreich hält.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Als ich vor zwei Jahren nach einem längeren Auslandsaufenthalt wieder nach Wien kam, erschien mir die überwältigende multikulturelle Dimension des Alltagslebens der frappierendste Unterschied zu früher. Der verstaubte Schusterladen um die Ecke ist von einem russischen Einwanderer aus Samarkand zu neuem Leben erweckt worden. Palästinenser und Libanesen wetteifern mit Pizza und Spaghetti im Nachbarhaus. In den meisten Geschäften stehen slowakische oder jugoslawische Verkäufer hinter der Theke und kaum ein Esslokal kommt ohne ungarische oder tschechische Kellner aus. Kein Wohnhaus, in dem nicht polnische Bauarbeiter massive Erneuerungsarbeiten vollbracht hätten.

Eine Realität, die mich an das Völkergemisch von New York oder Los Angeles erinnerte. Die Ähnlichkeiten sind gegeben, aber der historisch-politische Rahmen ist ein ganz anderer. Die Xenophobie eines David Duke oder Pat Buchanan, der beiden Rechtsaußen der amerikanischen Politik, steht gegen den amerikanischen Grundkonsens


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige