Siegt der Feschismus?

Österreich Der lange Text zur Wende, die nicht kommt, aber auch, wenn sie nicht kommt, Furcht und Elend über unser Land bringt.

Politik | Armin Thurnher | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Es geht uns prima. Aber das reicht nicht. Satz eins galt als Arbeitsgrundlage der großen Koalition, von den frühen Fünfzigerjahren bis heute. Satz zwei galt als Aufschrei unzurechenbarer (im Sprachverstand der politischen Klasse gleichbedeutend mit unzurechnungsfähiger) Dissidenten. So war Österreich. So kann man sich täuschen.

Je besser es einem geht, desto mehr fehlt einem. Aber nicht in dem trivialen Sinn, den das heute gern zitierte Sprichwort meint, wenn sich der Esel zu wohl fühle, wolle er aufs Eis tanzen. Der materielle Überfluss war das Ziel der österreichischen Gesellschaft und des österreichischen Staates und aller ihrer Anstrengungen. Defizite beim Verfahren, das zu erreichen, wurden dabei in Kauf genommen; nicht nur bei der berüchtigten Sozialpartnerschaft und den außeröffentlichen, vordemokratischen Ritualen, die mit dieser Nicht-Institution zusammenhängen. Das alles ist oft gesagt worden, man muss es aber immer wieder sagen, solange sich die Verhältnisse nicht


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