Siegt der Feschismus?/"Das Jahrhundert wird liberal"

Liberale Heide Schmidt über den Frust der Österreicher, die Angst vor ihrer Partei und andere unerklärliche Phänomene.

Politik | Gerald John | aus FALTER 39/99 vom 29.09.1999

Würde Heide Schmidt den Satz "Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte" ernst nehmen, müsste sie alle Hoffnungen auf einen Wiedereinzug ins Parlament fahren lassen: Die liberale Klubchefin pflegt sich bei Terminen stets um ein paar Minuten zu verspäten. Vom liberalen Wahlkampf kann man das nicht sagen. Das LIF fiel eher zu Beginn der Propagandaschlacht, etwa durch öffentliche Lesungen aus der feindlichen Kronen Zeitung, auf, ehe die Partei in den letzten Tagen angesichts der allgemeinen Koalitionsspekulationen etwas aus dem öffentlichen Blickfeld rückte.

FALTER: Frau Schmidt, ist Österreich ein gutes Land?

HEIDE SCHMIDT: Selbstverständlich, wenn es um soziale, wirtschafliche oder demokratische Standards geht. Auch was das Klima und die Mentalität der Gesellschaft betrifft, fühle ich mich in diesem Land wohl. Aber das ist keine zielführende Frage für jemanden, der differenziert beobachtet und argumentiert. Denn es geht nicht um gut oder schlecht. Es geht um ungenützte Möglichkeiten.


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